Die Gemüsegärtnerei und Ihre Entstehung

So fing alles an: Für uns - Uschi & Jürgen Steenken - stand am Anfang das Interesse, Gemüse ohne chemische und synthetische Mittel anzupflanzen. Unser Kapital war ein Stück Gartenland, ein altes Gewächshaus, ein Spaten und sehr viel Enthusiasmus.

1984 wurden wir Bioland-Betrieb und Lieferant der Mensa-Küche der Uni Oldenburg. Nach 10-jähriger „Entwicklungsarbeit“ kam der nächste Schritt: die nebenberufliche Tätigkeit wurde Hauptberuf. 1998 haben wir die Gärtnerei an dem jetzigen Standort neu errichtet. Heute betreiben wir einen besonders vielseitigen Gemüseanbau mit bis zu 60 verschieden Sorten.

Unser Gemüsejahr

Für uns beginnt die Vorbereitung auf das neue Jahr schon im Herbst/Winter des alten Jahres. Anbauplanung und Saatgutbestellung sind hierbei nur zwei der vielfältigen Aufgaben.

Mitte Januar beginnen dann auch die ersten Vorbereitungen an der frischen Luft. Zunächst werden die Gewächshäuser vorbereitet. Im März folgt dann beispielsweise die Aussaat von Radieschen und die Bepflanzug mit Salat, Kohlrabi und Spinat. Ungefähr zur selben Zeit beginnen die ersten Vorbereitungen auf dem Freiland. Zur Düngung wird überjähriger Mist verwendet. Dort wo es nötig ist, verwenden wir organische und vom Verband zugelassene Düngemittel wie z.B. Hornspäne und Malzkeimpellets. Die Ausbringung von Kalk reguliert auf natürliche Weise den ph-Wert des Bodens. Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Anbaus ist ein hoher Humusgehalt des Bodens. Mit dem Konzept der Gründüngung schaffen wir die Erhöhung der Humusschicht auf natürliche Art und Weise.

Die Bestellung der Felder beginnt Ende März mit dem Pflanzen der ersten vorgekeimten Kartoffel von Hand. Außerdem werden die ersten Salat- und Kohlpflanzen gesetzt. Um die Kulturen vor Frostschäden zu schützen, werden sie mit Vlies abgedeckt. Zu diesem Zeitpunkt beginnt der satzweise Anbau in vierzehntägigen Rhythmus. Alle zwei Wochen werden dann weitere Sätze der gleichen Kultur angepflanzt. Dieses System gewährleistet, dass zu jedem Zeitpunkt geerntet werden kann. Dieser Rhythmus vollzieht sich bei vielen Kulturen in gleicher Art und Weise. Das Ende der Pflanzperiode ist dann für die meisten Kulturen der August.

Während der Saison gilt es jedoch nicht nur neue Kulturen zu pflanzen oder zu sähen, sondern auch die bereits angebauten Gemüsesorten zu pflegen. Viele der dabei anfallenden Arbeiten werden bei uns noch in Handarbeit erledigt. Durch unsere besondere Sortimentsvielfalt und die unterschiedlichen Pflegeansprüche der Sorten ist eine maschinelle Unterstützung nur bedingt möglich. Hack- und Jätarbeiten werden, wie früher, noch per Hand bzw. mit der Hacke durchgeführt.

Ähnlich wie bei der Pflege verhält es sich auch bei der Ernte des Gemüses. Durch die Sortenvielfältigkeit ist eine maschinelle Ernte nicht möglich. Außerdem gewährleistet die Handarbeit einen schonenderen Erntevorgang und somit eine höhere Qualität.